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Warum ist deutscher Döner Kebab anders?

Gundula Gross
Gundula Gross
2025-04-03 06:20:24
Anzahl der Antworten: 6
Das Döner-Sandwich mit Salat und Soße gilt dagegen als deutsche Erfindung. Was hierzulande im Fleischspieß stecken darf und was nicht, ist gesetzlich geregelt. Demnach muss ein echter Döner aus Fleischscheiben vom Rind, Kalb, Schaf oder Lamm bestehen. Der Hackfleischanteil darf maximal 60 Prozent betragen. Hähnchen- und Puten-Döner dürfen nur aus der jeweiligen Geflügelart mit einem Hautanteil von maximal 18 Prozent bestehen. Hackfleisch ist nicht erlaubt. All das könnte die Imbisskultur in Deutschland mächtig durcheinander wirbeln.
Emma Krüger
Emma Krüger
2025-04-03 05:22:50
Anzahl der Antworten: 5
Der Döner ist deutsch. In der Türkei habe es das Kebab-Fleisch vom Spieß früher nur einmal die Woche gegeben - im Palast und bei den feinen Leuten als Delikatesse auf dem Teller. Aber erst mit einem Update, der deutschen Version, sag ich mal, hat sich der Döner mit der Zeit durchgesetzt. So sei das Kebab schließlich auch in der Türkei im Fladenbrot als Döner gelandet.
Marika Reich
Marika Reich
2025-04-03 03:49:58
Anzahl der Antworten: 3
"Das größte Problem liegt darin, dass türkische Küche in Deutschland nicht richtig repräsentiert wird. Und es gibt einen großen Unterschied zwischen deutschen und türkischen Döner." In der Türkei wird der Drehspieß sehr häufig noch selbst gespießt: Das Lamm- oder Rindfleisch über Nacht mariniert, geschichtet und langsam gegrillt, im Idealfall nur auf Kohle. "Man konzentriert sich auf die Fleischqualität", sagt Elci. Die Qualität leidet massiv darunter. "Die ganze Döner-Industrie ist preisgetrimmt", sagt Elci.
Romy Hauser
Romy Hauser
2025-04-03 03:19:42
Anzahl der Antworten: 8
Letzteres macht wohl auch den deutschen Döner aus: der Wandel zum Streetfood. Kebapfleisch vom Spiess kannte Nurman aus der Türkei; dort servierte man das Gericht aber nur in schicken Restaurants – im Teller, mit Reis oder Salat. Der Döner, so wie wir ihn heute kennen, hat sich in den randständigen Schichten der Gesellschaft gebildet. In Berlin-Kreuzberg gab es Anfang der Siebzigerjahre die perfekte Mischung: eine grosse türkische Gastarbeiter-Community, die den Döner kannte und konsumierte und die neue wirtschaftliche Chancen suchte, sowie ein internationales Milieu von Wehrdienstflüchtigen und alternativer Szene, aufgeschlossen für kulinarisch Neues. Auch die Wirtschaftskrise der frühen Siebzigerjahre war ein entscheidender Faktor: Arbeiterschichten waren auf preisgünstige Mahlzeiten angewiesen. Beim Döner ist alles dabei: Brot, Fleisch, Salat. So konnte der Döner auch seinen Siegeszug antreten.
Christl Heck
Christl Heck
2025-04-02 23:27:37
Anzahl der Antworten: 4
Deutsch am Döner ist vor allem das Brot. Er kannte Döner Kebab aus seiner türkischen Heimat. Allerdings war das dort ein normale Mahlzeit, die man, oft in guten Restaurants, auf Tellern servierte, mit Reis oder anderen Beilagen. Er dagegen hatte den Eindruck, dass es im betriebsamen Deutschland einen Markt geben könnte für schnelle Mahlzeiten. Und so machte Kadir Nurman aus dem einstigen Tellergericht "Döner Kebab" eine Imbiss-Mahlzeit, steckte das vom Spieß abgeschnittene Fleisch in ein Fladenbrot (Pide) mit ein paar Zwiebeln dazu, und so gab es Döner auf die Hand.